Viele Händlerinnen und Händler, die mit einem Print‑on‑Demand‑ (POD) Geschäftsmodell arbeiten, haben oft das Gefühl, doppelt besteuert zu werden, wenn die MwSt. sowohl beim Fulfillment als auch in ihren Storefronts erscheint. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist, und stellt klar, dass es sich nicht um eine tatsächliche doppelte Besteuerung handelt, sondern darum, wie die MwSt. in einer Lieferkette strukturiert ist.
Wer ist am MwSt.-Prozess beteiligt?
Händler: Du, die/der Geschäftsinhaber*in, die/der Produkte bei Gelato kauft und sie an Kund*innen verkauft.
Lieferant: Der Print-on-Demand-Anbieter (z. B. Gelato), der die Bestellungen des Händlers erfüllt.
Endkund*in: Die Person, die das Endprodukt im Online‑Shop des/der Händler*in kauft.
Warum erscheint die MwSt. zweimal?
In einem typischen POD-Setup fällt die MwSt. in zwei verschiedenen Phasen an:
Wenn du bei deinem POD-Lieferanten einkaufst
Wenn du ein Produkt bei deinem POD-Anbieter (z. B. Gelato) kaufst, kann der Anbieter je nach deinem Unternehmensstandort und deinem Steuerstatus verpflichtet sein, MwSt. auf den Verkauf zu berechnen.
Diese MwSt. wird als Vorsteuer bezeichnet, die MwSt.-registrierte Unternehmen oft später zurückfordern oder abziehen können.
Wenn du an deine Endkund*innen verkaufst
Wenn du Produkte in deinem Storefront verkaufst (z. B. Shopify, Etsy), bist du möglicherweise verpflichtet, dem*der Endkund*in je nach Standort, deinen Steuerpflichten und der MwSt.-Umsatzschwelle in diesem Land Mehrwertsteuer zu berechnen.
Das nennt man Ausgangs-MwSt., die du erhebst und an die Steuerbehörden abführst.
Beispiel für den MwSt.-Ablauf in einer Gelato-Transaktion
Nehmen wir an, der MwSt.-Satz beträgt 20 %a0:
Schritt 1: Händler kauft bei Gelato ein
Basiskosten des Produkts: 10 €
Vorsteuer (20 %): 2 €
Vom Händler insgesamt bezahlt: 12 €
Schritt 2: Händler*in verkauft an Endkund*in
Verkaufspreis: 20 €
Ausgehende MwSt. (20 %): 4 €
Summe, die dem/der Kund*in berechnet wurde: 24 €
Schritt 3: MwSt.-Abführung
Ausgangs-MwSt. von Kund*innen vereinnahmt: 4 €
Abzüglich gezahlter Vorsteuer an den Lieferanten: 2 €
An das Finanzamt abgeführte MwSt.: 2 €
Warum das keine doppelte Besteuerung ist
Die MwSt. ist eine Verbrauchsteuer, die in verschiedenen Phasen erhoben wird, letztlich aber vom Endkunden getragen wird. MwSt.-registrierte Händler können die MwSt., die sie bei Einkäufen zahlen (Vorsteuer), mit der MwSt. verrechnen, die sie von Kunden einziehen (Umsatzsteuer), sodass die MwSt. nur auf den Mehrwert jeder Stufe abgeführt wird.
MwSt.-Behandlung für MwSt.-registrierte vs. nicht MwSt.-registrierte Händler*innen
Für umsatzsteuerlich registrierte Händler*innen verlieren kein Geld durch die MwSt.; sie ziehen einfach die bereits auf Geschäftseinkäufe gezahlte MwSt. ab, kassieren den Rest und führen ihn weiter.
Händler ohne MwSt.-Registrierung können die MwSt. in der Regel nicht zurückfordern, sodass sie für sie zu einem zusätzlichen Kostenfaktor wird. In bestimmten Situationen – zum Beispiel, wenn dein Umsatz unter der Anmeldeschwelle liegt – kannst du jedoch berechtigt sein, eine Erstattung zu beantragen. Wir empfehlen dir dringend, deinen Steuerberater zu konsultieren, um zu klären, was in deinem Fall gilt.
Überlegungen für Händler*innen ohne MwSt.-Registrierung
Wenn du nicht für die MwSt. registriert bist, kannst du die MwSt. in der Regel nicht zurückfordern. Das bedeutet, die von deinem Lieferanten berechnete MwSt. ist ein zusätzlicher Kostenfaktor für dein Unternehmen.
Je nach deinen lokalen Steuervorschriften musst du Kund*innen möglicherweise weiterhin MwSt. berechnen.
Das Wichtigste auf einen Blick
MwSt. erscheint zweimal, aber das ist keine Doppelbesteuerung; sie folgt einem strukturierten Ablauf, bei dem registrierte Unternehmen die Vorsteuer abziehen können.
Händler ohne MwSt.-Registrierung sollten die MwSt. in ihre Preise einrechnen, um die Rentabilität sicherzustellen.
Das Verständnis des MwSt.-Ablaufs hilft Unternehmen, konform zu bleiben und die Steuerabwicklung zu optimieren.
Wenn du Fragen dazu hast, wie die MwSt. in deinem Storefront oder auf deiner E-Commerce-Plattform berechnet wird, empfehlen wir, dich an deren Support-Teams zu wenden. Deren Steuereinstellungen können beeinflussen, was auf Rechnungen angezeigt wird.
Weitere Details findest du in unserem Erste Schritte mit Steuern-Leitfaden oder wende dich an einen Steuerprofi, um die Einhaltung deiner lokalen Vorschriften sicherzustellen.
